Die Wirkung der Andullation als Schutz vor der Taucherkrankheit

TaucherkrankheitDas zu schnelle Auftauchen nach einem Tauchgang verursacht die Bildung von Gasblasen im menschlichen Organismus. Dieser Prozess wird als Taucherkrankheit (Dekompressionskrankheit) bezeichnet, ist sehr gefährlich und bei Tauchern gefürchtet. Die Prävention der Dekompressionskrankheit ist ein wichtiger Bestandteil der Forschung. Aktuell ist sie beim Scuba-Diving (dem Tauchen mit einem Drucklufttauchgerät, das den Taucher mit Luft versorgt) Gegenstand laufender Forschungen. Das Ziel ist es, dass Taucher auf das Auftauchen vorbereitet werden (Präkonditionierung von Tauchern). Auf diese Weise soll die Dekompressions-krankheit (Decompression sickness – DCS) im Anschluss des Tauchgangs vermeiden werden. Die-se Fragestellung repräsentiert ein gewachsenes Interesse in der tauchmedizinischen Forschung.

In einer wissenschaftlichen Studie wurde die Möglichkeit untersucht, die Bildung von Gasblasen nach dem Tauchgang mittels mechanischer Niederfrequenzvibrationen am ganzen Körper eine Stunde vor dem Tauchgang zu reduzieren. In der Studie1 wurde untersucht, welche Wirkungen Ganzkörpervibration vor einem Tauchgang auf die (o.g.) Blasenbildung nach dem Tauchen hat. In der Vergangenheit wurde sich bereits mit der positiven Wirkungen von Tauchtrainingsmaßnahmen im Vorfeld des Tauchens befasst. An der vorliegenden wissenschaftlichen Studie nahmen 14 gesunde Militärtaucher teil. Die Probanden wa-ren im Durchschnitt 29 Jahre alt. Im Abstand von einer Woche führten sie zwei identische Tauch-gänge durch (Tiefe 30 Meter, Dauer 30 Minuten). Hierbei gab es eine Wirkungs- und eine Kontroll-gruppe. Nach dem Zufallsprinzip ging einem Tauchgang eine dreißigminütige Ganzkörpervibrati-onsbehandlung auf einer handelsüblichen Vibrationsmassagematte voraus (randomisiertes Experi-ment). Die Behandlung der Wirkungsgruppe umfasste den ganzen Körper, da Motoren in der Vibra-tionsmassagematte großflächig verteilt sind. Dafür wurde ein Andullationstherapie-System (VM 9100RM) der Firma hhp verwendet.

Im Anschluss an den Tauchgang wurde die venöse Gasembolie gemessen. Der Studienleiter war nicht darüber informiert, ob es vor dem Tauchgang eine Vibrationsbehandlung gegeben hatte (beobachtergeblindete Studie). Untersuchungen fanden 30, 60 und 90 Minuten nach dem Tauchen statt, sowohl in der Ruhe als auch nach Kniebeugen. Bei den Messungen im Ruhezustand verfehlte die Differenz knapp die statistische Signifikanz (P = 0,06); nach den Kniebeugen war die Differenz statistisch signifikant (P = 0,02). Nach dem „Vibrations-“Tauchen wurde eine signifikante Vermin-derung der Blasenzahlen beobachtet.

• Es wurde nachgewiesen, dass Vibrationen, die auf eine Extremität einwirken, die Lymphdrainagekapazität erhöhen.
• Eine einmalige Vibrationsbehandlung vor dem Tauchen zeigte einen Schutzeffekt für die Blasenbildung nach dem Tauchen.

Diese Beobachtung könnte ein einfacher und sehr wirksamer Weg sein, um die Sicherheit beim Tauchen zu verbessern. Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um den Mechanismus für diese Verringerung exakt zu bestimmen.

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